
Einleitung
Viele Besitzer von Intel-Macs stehen kurz vor dem Aus für Windows 10: Microsoft beendet den regulären Support bereits am 14. Oktober 2025. Gleichzeitig unterstützen weder Apple noch Microsoft Windows 11 offiziell auf Intel-Mac-Hardware. Mit einem Umweg über Boot Camp und eine modifizierte Installationsroutine lässt sich Windows 11 jedoch dennoch installieren und nutzen.
1. Hintergrund: TPM und Supportende
Windows 11 setzt ein Trusted Platform Module 2.0 (TPM) zur Hardware-Absicherung voraus. Intel-Macs besitzen dieses Modul nicht, weshalb eine Standardinstallation von Windows 11 abbricht. Microsoft hat inoffizielle Workarounds dokumentiert, etwa durch das Entfernen der Datei appraiserres.dll oder durch Registry-Eingriffe zur Umgehung der TPM-Prüfung.
2. Voraussetzungen
- Vorhandene Boot-Camp-Installation: Idealerweise läuft bereits Windows 10 über Boot Camp auf Ihrem Intel-Mac.
- Freier Festplattenspeicher: Mindestens 64 GB für die Windows-Partition und ISO-Dateien.
- Windows 11-ISO: Laden Sie das offizielle ISO von Microsoft herunter.
- USB-Stick (mind. 8 GB): Für die Installation und das Boot-Camp-Support-Paket.
Ein vollständiges Backup des Macs über Time Machine oder ein anderes Tool ist zwingend empfohlen, um Datenverlust vorzubeugen.
3. Schritt 1: Boot-Camp-Partition erstellen
- Öffnen Sie den Boot Camp-Assistenten in macOS (unter „Programme → Dienstprogramme“).
- Erstellen Sie eine neue Windows-Partition in der gewünschten Größe.
- Boot Camp formatiert und partitioniert die Festplatte automatisch.
Nach dem ersten Neustart landen Sie im Windows-Installationsprogramm, das jedoch ohne Anpassungen an der TPM-Prüfung scheitert.
4. Schritt 2: USB-Stick mit Rufus vorbereiten
- Laden Sie Rufus herunter und starten Sie es unter Windows 10.
- Wählen Sie Ihren USB-Stick und als Boot-Option die heruntergeladene Windows 11-ISO.
- Aktivieren Sie die Option „Bypass TPM/UEFI/Secure Boot Checks“ in Rufus.
- Klicken Sie auf „Start“ und warten Sie, bis Rufus die bootfähige ISO geschrieben hat.
5. Schritt 3: Boot Camp-Supporttreiber installieren
- Laden Sie Brigadier von GitHub herunter.
- Führen Sie
brigadier.exein der Windows-Umgebung aus. Das Tool lädt automatisch Ihr Mac-Modell und installiert die passenden Treiber. - Starten Sie Windows neu; nun stehen Grafik-, WLAN- und Audio-Treiber bereit.
6. Schritt 4: Windows 11-Installation starten
- Booten Sie vom USB-Stick (Option ⌥ beim Neustart gedrückt halten und das Boot-Camp-Laufwerk wählen).
- Folgen Sie dem Installationsassistenten bis zur Fehlermeldung bzgl. der Systemanforderungen.
- Drücken Sie
Shift + F10, um die Eingabeaufforderung zu öffnen, und geben Sieregeditein. - Erstellen Sie unter
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Setupeinen SchlüsselLabConfigmit DWORD-Werten:BypassTPMCheck= 1BypassSecureBootCheck= 1BypassRAMCheck= 1
- Schließen Sie den Registrierungseditor und setzen Sie die Installation fort. Windows 11 installiert nun ohne TPM-Prüfung.
7. Alternativ: Virtualisierung mit Parallels
Wer sich die Hürden sparen möchte, kann Parallels Desktop 20 nutzen. Parallels emuliert einen virtuellen TPM-Chip und installiert Windows 11 direkt. Kein Neustart und einfache Integration in macOS, allerdings mit etwas geringerer Performance verglichen mit nativer Dual-Boot-Lösung.
8. Risiken und Einschränkungen
- Kein offizieller Support: Weder Apple noch Microsoft garantieren Stabilität oder Updates im Boot-Camp-Szenario.
- Sicherheitsrisiken: Durch Umgehung des TPM und anderer Prüfungen entfallen wichtige Schutzfunktionen von Windows 11.
- Treiberprobleme: Neue macOS-Updates können Boot-Camp-Treiber unbrauchbar machen. Regelmäßige Backups sind unerlässlich.
Fazit
Das Upgrade auf Windows 11 auf Intel-Macs ist mit technischem Aufwand und Tools wie Rufus und Brigadier zwar möglich, bleibt jedoch ein Hack mit Risiken und ohne offiziellen Support. Für maximale Kompatibilität ist die native Boot-Camp-Lösung weiterhin die schnellste Option; Parallels Desktop bietet eine komfortable Alternative.
Quellen
- Heise Online: Windows 11 auf Intel-Macs – So upgraden Sie von Windows 10
- Microsoft: Windows 10 Support Lifecycle
- Rufus – Boot-USB-Tool
- Brigadier (GitHub-Repository)
- Parallels Desktop 20
Letzte Aktualisierung am 5.02.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Alle hier angezeigten Preise und Verfügbarkeiten gelten zum angegebenen Zeitpunkt der Einbindung und können sich jederzeit ändern. Der Preis und die Verfügbarkeit, die zum Kaufzeitpunkt auf Amazon.de angezeigt werden, sind maßgeblich. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

















