
Proxmox hat am 5. August 2025 die Version 9.0 seiner Open-Source-Virtualisierungsumgebung Proxmox Virtual Environment (PVE) veröffentlicht. Das Unternehmen begeht damit sein 20-jähriges Bestehen und liefert ein umfassend modernisiertes Fundament für die Plattform.
Die neue Hauptversion setzt auf Debian 13 „Trixie“ als Unterbau, in Kombination mit dem Linux-Kernel 6.14.8-2 und aktualisierten Kernkomponenten wie QEMU 10.0.2, LXC 6.0.4, Ceph Squid 19.2.3 und ZFS 2.3.3. Dadurch profitieren Nutzer von verbesserter Hardware-Unterstützung, höherer Sicherheit und Performance. Die aktuelle ZFS-Version erlaubt es nun beispielsweise, laufend neue Laufwerke in bestehende RAIDZ-Pools einzubinden, ohne die virtuelle Umgebung nennenswert zu unterbrechen.
Darüber hinaus bringt Proxmox VE 9.0 wichtige Neuerungen in den Bereichen Speicherverwaltung und Netzwerk, um den Anforderungen von Unternehmen gerecht zu werden. Zu den Highlights zählen die lang ersehnte Snapshot-Unterstützung für Thick-LVM-Volumes sowie das neue „Fabrics“-Feature im SDN-Stack für komplexe, fehlertolerante Netzwerke. Außerdem erhalten Hochverfügbarkeits-Cluster (HA) mit sogenannten Affinity-Regeln mehr Kontrolle über die Verteilung von virtuellen Maschinen, und die mobile Weboberfläche wurde mit einem modernen Toolkit komplett überarbeitet.
LVM-Snapshots ohne Zusatzsoftware
Nach jahrelanger Wartezeit erhalten Nutzer nun endlich die Möglichkeit, Snapshots auf „thick-provisioned“ LVM-Speichern zu erstellen. Diese Funktion richtet sich besonders an Umgebungen mit gemeinsam genutzten iSCSI- oder Fibre-Channel-SANs, wo bislang kein internes Snapshot-System verfügbar war. Proxmox VE 9.0 implementiert dies über sogenannte volumenbasierte „Snapshot Chains“, bei denen ein neues Volume nur die Unterschiede zum Eltern-Snapshot speichert. Dadurch entsteht eine robuste, hardwareunabhängige Snapshot-Lösung, die ohne spezielle Cluster-Dateisysteme auskommt. Sogar herkömmliche Directory-, NFS- und CIFS-Speicher können nun Snapshots in Ketten verwalten, was die bisherige Lücke für SAN-basierte Installationen schließt.
SDN-Fabrics vereinfachen komplexe Netzwerke
In der Software-Defined Networking-Integration gibt es mit „Fabrics“ eine zentrale Neuerung. Sie erleichtert den Aufbau komplexer, gerouteter Netzwerke, da sich mehrere parallele Pfade zwischen Hosts einrichten und bei Bedarf automatisch als Fallback nutzen lassen – so entstehen robuste Spine-Leaf-Architekturen mit hoher Ausfallsicherheit. Proxmox unterstützt dafür die Routing-Protokolle OpenFabric und OSPF, die bequem über die Weboberfläche konfiguriert werden können. Diese Erweiterung vereinfacht beispielsweise die Implementierung von Ethernet-VPN-(EVPN)-Unterlay-Netzen oder vollständig vermaschten Ceph-Clusters.
Präzisere Steuerung in HA-Clustern
Für Hochverfügbarkeits-Setups (HA-Cluster) führt Proxmox VE 9.0 sogenannte Affinity-Regeln ein. Damit können Administratoren festlegen, ob bestimmte virtuelle Maschinen oder Dienste bevorzugt gemeinsam auf einem Host laufen oder auf unterschiedliche Hosts verteilt werden sollen. Eng gekoppelte Komponenten wie ein Datenbank- und ein Applikationsserver lassen sich so auf demselben Node halten, um Latenzen zu minimieren. Umgekehrt kann man für redundante Instanzen eines kritischen Dienstes erzwingen, dass diese auf verschiedene Server verteilt werden, was die Ausfallsicherheit erhöht.
Modernisierte mobile Oberfläche
Auch die mobile Weboberfläche von Proxmox VE wurde in Version 9.0 grundlegend überarbeitet. Die neue Ansicht basiert auf dem in Rust geschriebenen Yew-Framework sowie dem Proxmox-eigenen Widget Toolkit. Sie bietet nun schnellen Zugriff auf Statusübersichten und essenzielle Management-Funktionen wie das Starten und Stoppen virtueller Maschinen oder grundlegende Konfigurationen. Administratoren können somit wichtige Aufgaben von unterwegs deutlich komfortabler im Smartphone-Browser erledigen, ohne auf einen Desktop-Rechner angewiesen zu sein.
Erweiterte Systemmetriken
:contentReference[oaicite:0]{index=0} Screenshot: Das neue Ressourcen-Dashboard in Proxmox VE 9.0 liefert detaillierte Metriken zur Auslastung. Proxmox VE 9.0 erweitert das Monitoring um zusätzliche Systemmetriken für einen noch tieferen Einblick in die Ressourcennutzung. So zeigt die Speicheranzeige im Knoten-Dashboard nun auch den Anteil des von ZFS als Cache belegten Arbeitsspeichers (ARC). Zudem werden Verlaufsdaten jetzt mit höherer zeitlicher Granularität erfasst, was präzisere Analysen über Tage, Monate und Jahre erlaubt. Darüber hinaus können Administratoren die Performance-Daten über ein neues OpenTelemetry-Plugin in Echtzeit an externe Monitoring-Tools übertragen.
Verfügbarkeit und Support
Proxmox VE 9.0 steht ab sofort als ISO-Installationsmedium zum Herunterladen bereit. Bestandskunden mit Proxmox VE 8.x können den bereitgestellten Upgrade-Pfad nutzen, und eine Installation auf einem bestehenden Debian-13-System ist ebenfalls möglich. Wie gewohnt ist die Plattform frei verfügbar und quelloffen (AGPLv3-Lizenz). Für Unternehmen gibt es zudem ein Support-Abonnement ab 115 Euro pro CPU und Jahr, das Zugang zum Enterprise-Paketrepository und direkten technischen Support durch den Hersteller bietet. Viele Firmen weltweit setzen bereits auf Proxmox VE, um ihre IT-Infrastruktur kosteneffizient zu virtualisieren und von proprietären Lösungen unabhängig zu bleiben.
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Quellen
- Proxmox Server Solutions GmbH – Pressemitteilung: “Proxmox Virtual Environment 9.0 with Debian 13 released” (05.08.2025)
- Deskmodder.de – Proxmox VE 9.0 ist da – mit Debian 13 (06.08.2025)
- PC Masters – Proxmox VE 9.0 mit Thick LVM Snapshots, SDN Fabrics und einem vollständigen Debian 13 Upgrade (05.08.2025)
- Proxmox VE 9.0 Release Notes & Roadmap (Technical Details)