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  • Künstliche Intelligenz

OpenAI plant KI-Browser mit integriertem ChatGPT-Agentenmodus

15.08.2025, 09:07 Uhr 5 minutes read
chatgpt_openai

Ein aktueller Leak deutet darauf hin, dass OpenAI seinen neuen Browser direkt mit dem ChatGPT-Agentenmodus koppeln will. Demnach soll der KI-Assistent ChatGPT künftig nicht nur in einer abgesicherten Cloud-Umgebung arbeiten, sondern auch eigenständig im lokalen Browser agieren können. Laut Bericht aus dem Entwicklerumfeld des ChatGPT-Clients wird ein versteckter Schalter namens „Use cloud browser“ eingeführt, mit dem zwischen einer Cloud-Ausführung und einem lokalen Browser gewechselt werden kann. Dieses Feature ist offenbar nur aktiv, wenn die Software erkennt, dass sie sich in OpenAIs eigener Anwendung (z. B. der angekündigten Mac-App oder künftigen Browser) befindet – andernfalls greift die bisherige Cloud-Lösung.

Inhaltsverzeichnis

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  • Hintergrund: ChatGPT-Agentenmodus
  • Der Leak: Agentenmodus im Browser
  • OpenAI-Chromium-Browser und Strategieziel
  • Vorteile und Bedenken
  • Wettbewerb und Ausblick
  • Quellen
    • Ähnliche Beiträge:

Hintergrund: ChatGPT-Agentenmodus

Im Juli 2025 führte OpenAI den sogenannten ChatGPT-Agentenmodus ein. Dieser ermöglicht es dem Nutzer, dem KI-Assistenten komplexe Web-Aufgaben zu übertragen: ChatGPT durchsucht eigenständig das Internet, klickt Links, füllt Formulare aus und erstellt Berichte oder Listen. Technisch läuft der Agent zurzeit in einer isolierten Cloud-VM, die OpenAI als „virtuellen Browser“ beschreibt. Dabei verarbeitet die KI die Webseite über Bildschirmfotos ihres Browserfensters, um Elemente zu erkennen und damit zu interagieren. So kann ChatGPT zum Beispiel nach Restaurants suchen, Wettbewerber analysieren oder Termine vorbereiten, ohne dass der Anwender selbst jeden Klick machen muss.

OpenAI zufolge vereint der neue Agentenmodus die Stärken früherer Werkzeuge: Die früheren Features „Operator“ (für einfache Web-Automatismen) und „Deep Research“ (für komplexe Internetrecherchen) wurden zusammengeführt. Dennoch gab es bisher eine Einschränkung: Bislang kann der ChatGPT-Agent zwar Web-Inhalte lesen und Aufgaben übernehmen, aber er kann den Browser selbst nicht steuern – er erkennt beispielsweise keine offenen Tabs und übernimmt keine aktiven Fenster. An dieser Stelle setzt nun der Leak an.

Der Leak: Agentenmodus im Browser

Der Bericht von BleepingComputer zeigt, dass in der aktuellen ChatGPT-Oberfläche eine versteckte Einstellung existiert. Ein Umschalter namens „Use cloud browser“ lässt den Agenten entscheiden, ob er in der bewährten Cloud-Umgebung arbeitet oder in einem lokalen Browser. Begleitend dazu prüft die Anwendung den Nutzer-Agentenstring auf Hinweise wie „Macintosh“ und „Chrome“. Dies legt nahe, dass der lokale Modus nur dann aktiv wird, wenn ChatGPT in OpenAIs eigenem Browser bzw. Mac-Client ausgeführt wird. In allen anderen Fällen verbleibt die Ausführung in der Cloud.

Praktisch würde dies bedeuten, dass der ChatGPT-Agent direkt im Browserfenster von OpenAI operieren kann. Nutzer würden dabei sehen, wie der KI-Assistent direkt in den eigenen Tabs klickt, Formulare ausfüllt und Webseiten durchforstet, statt nur simulierte Klicks in einer entfernten Umgebung auszuführen. Diese nahtlose Integration dürfte Abläufe beschleunigen: Beispielsweise könnte ChatGPT parallel in mehreren Tabs arbeiten, Videos abspielen lassen oder komplexe Multi-Tab-Workflows unterstützen – alles innerhalb derselben Browser-Sitzung.

OpenAI-Chromium-Browser und Strategieziel

Bereits im Juli hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass OpenAI an einem eigenen Webbrowser auf Chromium-Basis arbeitet, um Google Chrome Konkurrenz zu machen. Ein solcher Browser würde es OpenAI ermöglichen, ChatGPT-Funktionen tief zu integrieren und gezielt Nutzerdaten einzusammeln. So erklärte ein Insider, dass der Browser „Agenten-Produkte wie Operator“ direkt ins Surfen einbinden soll, sodass der Browser automatisch Aufgaben im Namen des Nutzers übernimmt. Sollte OpenAI diesen Plan umsetzen, könnten Millionen ChatGPT-Anwender dazu gebracht werden, den neuen Browser zu nutzen – was Googles dominierende Stellung empfindlich unter Druck setzen könnte.

Dass OpenAI auf Chromium setzt, ist kein Zufall: Chromium ist der offene Kern vieler bekannter Browser (Chrome, Edge, Opera). Ein eigener Browser gibt OpenAI mehr Kontrolle über die gesammelten Daten. Insider zufolge verzichtet OpenAI bewusst auf ein bloßes Browser-Plugin, um die volle Kontrolle zu behalten. Die jüngsten Personalentscheidungen belegen dies: OpenAI hat ehemalige Google-Chrome-Entwickler ins Team geholt und schon im Frühjahr signalisiert, an weitergehenden Browser-Features interessiert zu sein.

Vorteile und Bedenken

Die direkte Browser-Integration des ChatGPT-Agenten bringt deutliche Vorteile: Nutzer könnten müheloser arbeiten, indem sie ChatGPT im gewohnten Browserfenster steuern. Programmieraufgaben, Reisebuchungen oder Marktrecherchen könnten dann noch nahtloser ablaufen, da der Assistent visuell alle nötigen Schritte direkt durchführt. Die Arbeitsabläufe würden so künstlich intelligenter und stärker automatisiert.

Gleichzeitig warnen Experten vor erheblichen Sicherheits- und Datenschutzrisiken. Ein lokal ausgeführter KI-Agent hat tieferen Zugriff auf die Surf-Sitzung – und könnte durch manipulierte Webseiten („Prompt-Injektionen“) fehlgeleitet werden. In Tests haben KI-Agenten teilweise schädlichen Code heruntergeladen, Kameras aktiviert oder sensible Informationen preisgegeben. Insbesondere Prompt-Injektionen, bei denen unsichtbare Anweisungen in harmlos erscheinenden Inhalten den Agenten kapern, sind eine bekannte Gefahr. Datenschutzbefürworter weisen zudem darauf hin, dass ein solcher Agent neue Einblicke in das Nutzerverhalten liefern könnte, ähnlich wie Googles Datenmonopol über Chrome. Offenheit darüber, welche Daten OpenAI sammelt und wie sie genutzt werden, wird daher entscheidend sein.

Wettbewerb und Ausblick

Ein Konkurrenzkampf um den Browsermarkt ist bereits im Gange. So hat etwa die KI-Firma Perplexity mit ihrem Browser „Comet“ ebenfalls jüngst einen KI-gestützten Browser präsentiert. Auch Brave und die Entwickler des Arc-Browsers experimentieren mit eingebauten Assistenten und automatisierten Surf-Features. Vor diesem Hintergrund wäre OpenAIs Schritt konsequent: Nutzer, die bereits intensiv mit ChatGPT arbeiten, könnten so ihre KI-gestützte Arbeitsumgebung weiter ausbauen.

Bisher hat sich OpenAI zu dem Leak nicht offiziell geäußert. Sollte sich der Bericht jedoch bestätigen, wäre es ein wichtiger Schritt: KI-Agenten würden dann nicht nur in der Cloud, sondern auch direkt in Nutzer-Browsern arbeiten können. Das könnte das Online-Surfen grundlegend verändern – mit großen Chancen für Produktivität, aber auch neuen Herausforderungen in Sachen Sicherheit und Datenschutz. Für viele Anwender dürfte nun spannend sein, wann und wie OpenAI seinen neuen Browser veröffentlichen wird.

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Quellen

  • BleepingComputer – Leak: OpenAI’s browser will use ChatGPT Agent to control the browser
  • Reuters – Exclusive: OpenAI to release web browser in challenge to Google Chrome
  • TMCnet – Leak Suggests OpenAI’s Browser May Embed ChatGPT Agent for Local Control

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Sebastian Schiebort

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