
Warum p=none keine gute Idee ist – und wie Sie sicher auf quarantine bzw. reject umstellen
DMARC schützt Domains vor Spoofing und Phishing, indem es aus SPF/DKIM-Ergebnissen eine klare Handlungsanweisung ableitet: zustellen, in Quarantäne verschieben oder ablehnen. Die schwächste Einstellung ist p=none
. Sie liefert lediglich Berichte und fordert keine Maßnahme bei Fehlschlägen an – dadurch bleibt Ihre Marke angreifbar und wichtige Vorteile wie BIMI bleiben unerreichbar. Gleichzeitig verschärfen große Postfächer seit 2024/2025 die Regeln: Google und Yahoo verlangen DMARC für Bulk-Versender, Microsoft ist 2025 nachgezogen. Wer ernsthaft die Zustellbarkeit und die Markenintegrität sichern will, kommt an einer Policy mit Durchsetzung (p=quarantine
oder p=reject
) nicht vorbei.
Kurzer DMARC-Recap: Was macht die Policy eigentlich?
Die DMARC-Policy (p
) steuert, was empfangende Server mit Mails tun, die nicht DMARC-konform sind (sprich: SPF oder DKIM und die Alignment-Prüfung verfehlen). Optionen: none
(nur überwachen), quarantine
(Spam/Junk), reject
(Ablehnung). Diese Bedeutung ist in der DMARC-Spezifikation und gängigen Leitfäden eindeutig beschrieben.
Das Problem mit p=none
- Kein Schutz vor Spoofing:
p=none
veranlasst keine Maßnahme. Angriffe können weiter in Postfächern landen – Berichte allein stoppen keinen Missbrauch. - Falsches Sicherheitsgefühl: Viele Domains verharren dauerhaft in „Monitoring“, oft sogar ohne
rua
-Berichte – ein häufiger Anti-Pattern im Feld. - Kein BIMI-Logo: Für BIMI ist eine Policy mit Durchsetzung Pflicht (
quarantine
oderreject
,pct=100
). Mitp=none
wird kein Logo angezeigt. - Neue Anforderungen großer Mailbox-Provider: Google/Yahoo (seit Feb 2024) und Microsoft (seit Mai 2025) verlangen Authentifizierung inkl. DMARC; ein dauerhaftes
p=none
erfüllt nur die Minimalform und schützt nicht vor Spoofing.
Wichtig: p=none
überschreibt nicht SPF/DKIM-Filterlogik des Empfängers. Es bedeutet „keine DMARC-basierte Maßnahme anfordern“, nicht „alles akzeptieren“. Einige Filter blocken weiterhin auf Basis anderer Prüfungen.
Wann p=none
sinnvoll ist – und wie lange
p=none
ist als kurze Startphase gedacht, um mit rua
-Berichten das Absender-Ökosystem zu inventarisieren und Ausreißer zu korrigieren. Danach sollte die Policy zügig angezogen werden – erst quarantine
, anschließend reject
. Diese stufenweise Durchsetzung ist Best Practice in offiziellen Leitfäden.
Schlüsselbegriffe für belastbare DMARC-Durchsetzung
- Alignment: Die Domain im sichtbaren
From:
muss mit der SPF- oder DKIM-Domain übereinstimmen. Ohne Alignment kein DMARC-Pass. adkim
/aspf
: Mit=s
(strict) verhindern Sie Ausweichmanöver über ähnliche Subdomains. Für Marken-Schutz empfehlen sich strikte Einstellungen.rua
(Aggregate Reports): Unverzichtbar für Sichtbarkeit – ohnerua
istp=none
praktisch wertlos.ruf
(Failure/Forensic Reports): 2025 weniger verbreitet und mit Datenschutz- sowie Signal-Nachteilen; Aggregate-Berichte genügen meist.pct
: Prozentualer Rollout fürquarantine
/reject
– ideal zum risikominimierten Hochfahren.- ¨C29C (Subdomain-Policy): Setzen Sie für Subdomains ebenfalls Enforcement; für BIMI werden Policies auf Organisations- und Subdomain-Ebene gefordert.
So kommen Sie sicher von none
zu reject
– ein praxistauglicher Fahrplan
- Ist-Aufnahme & Berichte aktivieren: DMARC-Record mit
p=none
undrua
setzen, 2–4 Wochen Daten sammeln, legitime Absender kartieren. Beispiel:_dmarc.example.com. IN TXT "v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-rua@example.com"
Anmerkung: Fügen Sieruf
nur hinzu, wenn Sie rechtlich/organisatorisch vorbereitet sind. - Alignment härten: SPF/DKIM über alle legitimen Plattformen einrichten,
adkim=s; aspf=s
setzen, Fehlschläge aus den Berichten abarbeiten. - Enforcement starten: Auf
p=quarantine
wechseln, optional mitpct
stufenweise (10 → 25 → 50 → 75 → 100). Beispiel:_dmarc.example.com. IN TXT "v=DMARC1; p=quarantine; pct=25; adkim=s; aspf=s; rua=mailto:dmarc-rua@example.com"
- Auf
reject
gehen: Nach stabilen Ergebnissen auf vollständige Ablehnung hochdrehen; Subdomains viasp=reject
gleich mit absichern. Beispiel:_dmarc.example.com. IN TXT "v=DMARC1; p=reject; sp=reject; adkim=s; aspf=s; pct=100; rua=mailto:dmarc-rua@example.com"
BIMI als Bonus – aber nur mit Enforcement
Wer das Markenlogo in unterstützten Postfächern anzeigen will, braucht Enforcement (p=quarantine
oder p=reject
) und pct=100
. Ohne das bleibt BIMI deaktiviert. Neben der Technik ist eine saubere Reputation Voraussetzung.
FAQ – verbreitete Missverständnisse rund um p=none
„Mit p=none
wird alles zugestellt.“ Nicht zwingend: Es heißt nur „keine DMARC-Maßnahme“. Provider können weiterhin auf SPF/DKIM-Fehlschlag, Heuristik oder Content-Filter reagieren.
„p=none
reicht dauerhaft – die Großen verlangen ja nur DMARC.“ Minimal ja, sicher nein. Für Branding (BIMI) und wirksamen Markenschutz ist Enforcement nötig; Microsoft verschärft 2025 zusätzlich die Anforderungen für Bulk-Sender.
„Forensic-Reports (ruf
) sind Pflicht.“ Nein. 2025 sind sie teils abgekündigt bzw. datenschutz- und nutzenkritisch; Aggregate (rua
) genügen für die meisten Programme.
Best-Practice-Snippet für 2025
_dmarc.example.com. IN TXT "v=DMARC1; p=quarantine; sp=quarantine; adkim=s; aspf=s; pct=100; rua=mailto:dmarc-rua@example.com; fo=1"
Dieses Profil kombiniert striktes Alignment, Enforcement auf Haupt- und Subdomain sowie vollständige Abdeckung. Nach stabiler Phase ist der finale Schritt p=reject
.
Testing Tools
- DMARC
- SPF
- DKIM
- BIMI
- TLS/Transport
- Deliverability & Reputation
Fazit
p=none
ist ein sinnvoller Start, aber ein schlechter Dauerzustand. Die Kombination aus verschärften Provider-Vorgaben, Markenschutz und Zustellbarkeits-Vorteilen spricht klar für Enforcement. Wer strukturiert umstellt – mit Berichten, sauberem Alignment und stufenweisem pct
-Rollout – landet sicher bei p=reject
und profitiert zusätzlich von BIMI.
Weiterführend: Hintergrund & News
Aktuelle Branchenbeiträge zeigen, dass noch immer viele Domains ohne Enforcement unterwegs sind – mit entsprechendem Risiko. Das stärkt die Argumente gegen p=none
als Dauerlösung.
Letzte Aktualisierung am 18.08.2025 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Alle hier angezeigten Preise und Verfügbarkeiten gelten zum angegebenen Zeitpunkt der Einbindung und können sich jederzeit ändern. Der Preis und die Verfügbarkeit, die zum Kaufzeitpunkt auf Amazon.de angezeigt werden, sind maßgeblich. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Quellen
- NoSpamProxy: DMARC Policy – Why p=none is a bad choice
- Google Workspace: Set up BIMI
- Google Workspace: Email sender guidelines (DMARC & Alignment)
- Yahoo Sender Best Practices (DMARC für Bulk-Sender)
- Microsoft TechCommunity: Outlook’s new requirements for high-volume senders (Apr 2025)
- Microsoft Docs: Use DMARC to validate email (Schrittweise zu
quarantine
/reject
) - RFC 7489: Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC)
- Valimail: Von p=none zu p=reject
- Valimail: DMARC-Failure-Reports 2025 – Grenzen & Risiken
- BIMI Group: Implementation Guide (Enforcement &
sp
) - EasyDMARC: DMARC-Tags erklärt
- Proofpoint: Google & Yahoo – neue Authentifizierungsanforderungen (2024)
- Security StackExchange:
p=none
überschreibt keine lokalen Filter - DMARC.org: FAQ (Monitor → Quarantine → Reject)
- TechRadar Pro: Bedeutung von DMARC & Enforcement-Lücke