
Viele Website-Betreiber und SEO-Experten möchten ihre Google-Suchplatzierungen ständig im Blick behalten. Doch beliebte SEO-Suiten wie Ahrefs oder Semrush schlagen dafür mit mindestens rund 100 US-Dollar pro Monat zu Buche – eine hohe Hürde für kleine Unternehmen oder Blogger. Abhilfe schafft jetzt ein Open-Source-Werkzeug namens SerpBear: Die selbstgehostete Software verspricht, Keyword-Rankings auf Google auch ohne teure Abos im Blick zu behalten.
SerpBear wurde als freie, quelloffene Alternative entwickelt, die auf dem eigenen Server oder sogar kostenlos in der Cloud betrieben werden kann. Das Tool erlaubt es, theoretisch unbegrenzt viele Keywords für beliebig viele Websites zu verfolgen und benachrichtigt Nutzer auf Wunsch regelmäßig über Änderungen bei den Platzierungen. Durch die Integration von Google-Diensten und eine benutzerfreundliche Oberfläche dürfte SerpBear insbesondere für kostenbewusste SEO-Anwender attraktiv sein.
Was ist SerpBear?
SerpBear ist ein quelloffenes Programm zur Überwachung von Suchmaschinen-Rankings. Es wurde Ende 2022 vom Entwickler Towfiq I. ins Leben gerufen und hat seitdem eine wachsende Community gewonnen – auf GitHub zählt das Projekt bereits über 1.700 Sterne. Die Anwendung prüft automatisiert, auf welchem Platz eine bestimmte Website für definierte Keywords in den Google-Suchergebnissen erscheint, und protokolliert die Veränderungen im Zeitverlauf. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Lösungen ist SerpBear kostenlos verfügbar und wird auf eigener Hardware oder optional über kostengünstige Hosting-Dienste betrieben, sodass Anwender die volle Kontrolle über ihre Daten behalten.
Funktionen im Überblick
- Unbegrenzte Keywords und Domains: SerpBear erlaubt das Hinzufügen beliebig vieler Websites und Keywords, um deren Google-Rankings zu verfolgen (abhängig nur von etwaigen Limits des gewählten Scraping-Dienstes).
- Benachrichtigungen per E-Mail: Nutzer können tägliche, wöchentliche oder monatliche E-Mail-Berichte erhalten, die Änderungen der Keyword-Positionen zusammenfassen.
- Eingebaute API: Eine interne SERP-API ermöglicht es, die Ranking-Daten in eigene Anwendungen oder Marketing-Reports zu integrieren.
- Keyword-Recherche: Durch Anbindung eines Google-Ads-Kontos kann SerpBear das monatliche Suchvolumen der verfolgten Begriffe anzeigen und aus den Website-Inhalten automatisch neue Keyword-Ideen generieren.
- Google-Search-Console-Integration: Optional lässt sich die Google Search Console verbinden, um tatsächliche Klicks, Impressionen und die durchschnittliche Position für jedes Keyword anzuzeigen. Zudem hilft die Integration, weitere bereits rankende Suchbegriffe sowie Top-Seiten und -Länder zu identifizieren.
- CSV-Export: Alle überwachten Keywords und deren Ranking-Daten lassen sich bei Bedarf als CSV-Datei exportieren.
- Mobile App (PWA): SerpBear kann als Progressive Web App aufs Smartphone geladen werden, um Rankings auch mobil bequem im Blick zu behalten.
- Kostenloser Betrieb: Bei Nutzung kostenfreier Angebote (z.B. der Hosting-Plattform Fly.io oder des Dienstes mogenius) entstehen keine laufenden Serverkosten. SerpBear selbst ist quelloffen und gratis nutzbar.
So funktioniert das Rank-Tracking mit SerpBear
SerpBear setzt auf Web-Scraping, um die Rankings abzufragen. Statt eine offizielle (meist kostspielige) API zu nutzen, verbindet man das Tool nach der Installation mit einem externen Scraping-Dienst oder eigenen Proxy-Servern. Beliebt ist etwa ScrapingRobot, das bis zu 5.000 Google-Suchabfragen pro Monat gratis anbietet. SerpBear sendet für jedes hinterlegte Keyword eine Suchanfrage – entweder planmäßig einmal täglich durch einen automatisierten Cronjob oder manuell bei Bedarf – und ermittelt, ob und an welcher Position die eigene Domain in den Top-Ergebnissen erscheint. Die Positionen werden gespeichert, sodass im Dashboard ein Ranking-Verlauf sichtbar wird.
Die Ergebnisse der Überwachung präsentiert SerpBear über eine Web-Oberfläche. Für jedes Keyword lässt sich detailliert einsehen, an welcher Stelle die Seite aktuell rankt – das Tool markiert die eigene Domain dabei farblich im nachgebildeten Suchergebnis, um sie leicht erkennbar zu machen. Zudem visualisiert eine Grafik den Verlauf der Platzierung über die Zeit. Wird die Google Search Console eingebunden, erscheinen neben jeder Suchanfrage zusätzliche Metriken wie Klicks und Impressionen der letzten 30 Tage. So erkennt man beispielsweise, bei welchen Keywords ein gutes Ranking auch tatsächlich Besucher bringt. Gleichzeitig hilft die Search-Console-Integration dabei, weitere Suchbegriffe aufzudecken, für die die Website bereits rankt, die aber noch nicht aktiv verfolgt werden.
Auch abseits des Dashboards bleibt man auf dem Laufenden: Auf Wunsch versendet SerpBear regelmäßige E-Mail-Reports, die alle Veränderungen der Positionen zusammenfassen (täglich, wöchentlich oder monatlich). Bei verknüpftem Search-Console-Konto enthält der Bericht sogar eine Liste der Top-Suchanfragen der letzten sieben Tage – ein Mehrwert, den sonst oft nur kostspielige SEO-Suiten bieten.
Installation und Hosting
Die Einrichtung von SerpBear gestaltet sich vergleichsweise unkompliziert. Dank Container-Technik lässt sich die Anwendung mit wenigen Befehlen als Docker-Container starten. Nutzer müssen lediglich einen Benutzernamen und ein Passwort festlegen – alles andere ist vorkonfiguriert. Auch auf einem Raspberry Pi oder Low-Cost-Server läuft SerpBear durch den schlanken Tech-Stack (Next.js-Frontend und SQLite-Datenbank) zuverlässig und ressourcenschonend.
Wem ein eigener Server zu technisch oder aufwändig ist, kann auf Hosting-Dienste zurückgreifen: So bieten Plattformen wie Fly.io oder mogenius die Möglichkeit, SerpBear kostenlos in der Cloud bereitzustellen. Alternativ existieren 1-Klick-Deploy Lösungen wie PikaPods, wo das Tool für etwa 1 US-Dollar im Monat betrieben werden kann – immer noch ein Bruchteil der Kosten klassischer SEO-Services.
Fazit: Eine kostensparende Alternative für SEO-Profis und Einsteiger
SerpBear zeigt eindrucksvoll, dass effektives Rank-Tracking nicht teuer sein muss. Vor allem für Einzelkämpfer, Blogger und kleine Unternehmen eröffnet dieses Open-Source-Tool die Möglichkeit, die Sichtbarkeit in Google im Blick zu behalten, ohne in kostspielige Abos investieren zu müssen. Die Einsparpotenziale sind enorm: Anstatt monatlich dreistellige Beträge für begrenzte Keyword-Kontingente zu zahlen, lassen sich mit SerpBear unbegrenzt viele Rankings beobachten – lediglich beschränkt durch die (oft großzügigen) Free-Tiers der eingesetzten Scraping-Dienste.
Ganz ohne Eigeninitiative geht es allerdings nicht: Anwender müssen SerpBear selbst hosten und einrichten sowie API-Schlüssel für das Ranking-Scraping hinterlegen. Doch der Aufwand hält sich in Grenzen und wird durch die langfristigen Kosteneinsparungen mehr als wettgemacht. Außerdem behält man die volle Kontrolle über sämtliche Daten, da diese nicht an Drittanbieter fließen.
Im Funktionsumfang konzentriert sich SerpBear bewusst auf die Ranking-Überwachung. Anders als All-in-One-SEO-Suiten deckt es keine Bereiche wie Backlink-Analyse oder Onpage-Optimierung ab – es ist ein Spezialwerkzeug für einen einzigen, aber essenziellen Zweck. Für viele Anwender ist genau das ausreichend. Angesichts der positiven Resonanz in der Community und der aktiven Weiterentwicklung dürfte SerpBear künftig eine feste Größe unter den SEO-Tools werden, die kostenbewusste Marketer nicht mehr missen möchten.
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Quellen
- SerpBear – Dokumentation (Einführung)
- GitHub – towfiqi/serpbear (Source Code)
- Noted.lol – SerpBear: A Self Hosted Search Engine Rank Tracking Platform
- LowEndBox – SerpBear: A Free Open-Source Google Page Ranking Tracker That’s Better Than You’d Expect
- JannickNijholt.nl – SerpBear; The free open-source Rank Tracker