
Wie es dazu kam – und wie Sie sich schützen
Hunderttausende – laut Forbes über 370.000 – Gespräche mit Elon Musks xAI-Chatbot Grok sind öffentlich in Google, Bing und DuckDuckGo erschienen. Auslöser ist Groks Teilen-Funktion: Ein Klick erzeugt eine öffentlich zugängliche URL, die ohne Schutzmechanismen von Suchmaschinen indexiert wurde. In den frei einsehbaren Transkripten fanden sich teils hochsensible Inhalte bis hin zu Anleitungen für Straftaten, wie TechCrunch und Cybernews berichten.
Was ist passiert?
Wer in Grok auf Share/Teilen klickt, erhält einen einzigartigen Link, z. B. unter grok.com/share/<ID>
. Laut Forbes wurden diese Seiten ohne noindex oder Zugangskontrollen veröffentlicht – und dadurch von Google & Co. automatisch erfasst. TechCrunch verifizierte, dass sich die Gespräche per Suche leicht finden ließen. Cybernews führt aus, dass teils auch hochgeladene Dateien (Bilder, Tabellen, Textdokumente) in solchen freigegebenen Chats sichtbar waren.
Welche Inhalte wurden öffentlich?
- Persönliche oder identifizierende Angaben, intime medizinische und psychologische Fragen sowie mindestens ein Passwort (Forbes, Fortune).
- Verstöße gegen xAI-Regeln: Anleitungen zur Herstellung von Drogen, zu Malware, Bombenbau und sogar ein „Assassinationsplan“ gegen Elon Musk (TechCrunch, PC Gamer).
- Alltägliche Aufgaben wie Tweet-Entwürfe, News-Zusammenfassungen oder Business-Ideen (Forbes).
Die Transkripte sind zwar nicht direkt mit Nutzerkonten verknüpft, doch laut Forbes ließ sich in Einzelfällen die Person über Kontext identifizieren; der Autor verwies dazu u. a. auf eigene Recherchen.
Warum wurden die Seiten indexiert?
Technisch reicht eine öffentlich erreichbare URL ohne klare Indexierungs- oder Zugriffsbeschränkung, damit Crawler die Inhalte finden. Tom’s Guide und TechRadar betonen, dass auf den geteilten Grok-Seiten keine noindex-Kennzeichnung angebracht war. Ergebnis: Über 300.000 bis 370.000+ Chats wurden in kurzer Zeit auffindbar.
Einordnung: Das Problem ist nicht neu
Bereits im Juli führte eine ähnliche „Share“-Funktion dazu, dass ChatGPT-Konversationen bei Google auftauchten. OpenAI hat die Funktion nach Kritik wieder entfernt (TechRadar: OpenAI zieht Teilen-Funktion zurück). Der aktuelle Fall zeigt, wie riskant öffentlich zugängliche Chat-Links ohne klare Warnhinweise und Schutzmechanismen sind (Malwarebytes).
Reaktion von xAI und offene Fragen
Laut TechCrunch reagierte xAI zunächst nicht auf Presseanfragen zum Zeitplan oder Zweck der Indexierung. Pikant: Kurz zuvor hatte ein Grok-Account sinngemäß behauptet, man habe „keine solche Sharing-Funktion“, was die Berichte konterkarierte (zusammengefasst von TechCrunch).
Risiken für Nutzer – und mögliche Rechtsfolgen
- Reputations- und Sicherheitsrisiken: Inhalte können sensible Daten enthalten; Dritte können Kontexte deuten oder verknüpfen (Cybernews, Fortune).
- Compliance: In der EU könnten Datenschutzaufsichten Fragen zu Privacy by Design und informierter Einwilligung stellen – gerade wenn Nutzer nicht klar gewarnt wurden (Analyse).
- Missbrauch/SEO-Gaming: Berichte deuten darauf hin, dass Dritte öffentlich geteilte Chats für Suchmaschinen-Manipulation nutzten (PC Gamer).
Bin ich betroffen? So prüfen und handeln Sie
- Suche nach eigenen Chats: Suchen Sie in Google nach
site:grok.com/share
plus Stichwörtern aus dem Gespräch (z. B. Projektnamen). Hintergrund und Vorgehen erläutern TechRadar und Tom’s Guide. - Geteilte Links vermeiden & entfernen: Nutzen Sie die Teilen-Funktion nicht. Falls Sie einen Link veröffentlicht haben, entfernen Sie ihn aus Posts/Profilen. Prüfen Sie, ob die Original-Seite noch erreichbar ist (URL erneut aufrufen).
- Deindexierung beantragen: Für bereits indexierte URLs können Sie bei Google über das Content Removal Tool die Entfernung aus Suchergebnissen anstoßen (Hinweis bei TechRadar); deindexierte Inhalte bleiben jedoch unter der Direkt-URL weiterhin abrufbar, solange der Host sie nicht sperrt.
- Grundsatz: Geben Sie in KI-Chats keine sensiblen Informationen preis – behandeln Sie alles, was Sie teilen, so, als könnte es öffentlich werden (Malwarebytes).
Timeline der Ereignisse
- 20. August 2025: Forbes meldet >370.000 indexierte Grok-Chats; zahlreiche heikle Inhalte (Forbes). TechCrunch bestätigt die Auffindbarkeit und vermerkt ausstehende Stellungnahmen.
- 21.–23. August 2025: Breite Folgeberichte (Fortune, Yahoo/TechCrunch-Syndication, Cybernews, u. a.).
- Juli 2025 (Kontext): OpenAI zieht die eigene Chat-Sharing-Funktion nach einem Indexierungs-Zwischenfall zurück (TechRadar).
Was xAI jetzt tun müsste
- Klare Warnungen & Opt-in: Deutlicher Hinweis vor dem Teilen, dass die Seite öffentlich und indexierbar wird (Tom’s Guide).
- Technische Sperren: noindex/noarchive auf Share-Seiten, ggf. Auth-Gate oder zeitlich begrenzte, schwer ratbare Links (TechRadar).
- Schnelle Deindexierung: Proaktive Suchmaschinen-Entfernungsersuchen und Abschaltung/Anpassung der bisherigen Share-Implementierung (Analyse auf Basis der Berichterstattung).
Fazit
Der Grok-Vorfall zeigt, wie schnell „praktische“ Sharing-Funktionen zum Datenschutz-GAU werden, wenn grundlegende Schutzmaßnahmen fehlen. Wer KI-Chats teilt, veröffentlicht de facto Inhalte im Netz – oft ohne es zu merken. Bis Plattformen konsequent auf Privacy by Design setzen, gilt: so wenig Sensibles wie möglich eingeben, Share-Links meiden und Indexierungen aktiv prüfen.
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Quellen & weiterführende Links
- Forbes: xAI published hundreds of thousands of Grok chatbot conversations
- TechCrunch: Thousands of Grok chats are now searchable on Google
- Cybernews: Grok leaks 370,000 private user conversations
- Fortune: Thousands of private user conversations…
- Yahoo/TechCrunch Syndication
- PC Gamer: Despite Grok’s claims… 370,000+ conversations listed
- Malwarebytes Blog: Grok chats show up in Google searches
- TechRadar: Your Grok chats are now appearing in Google search
- Tom’s Guide: What happened & why it’s a problem
- TechRadar: OpenAI pulls chat sharing tool after privacy scare