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  • Cybersecurity

Meta sperrt 6,8 Millionen WhatsApp-Konten: Schlag gegen globale Betrugsnetzwerke

10.08.2025, 11:50 Uhr 4 minutes read
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Kriminelle Betrügerbanden nutzen WhatsApp und andere Plattformen, um ahnungslose Opfer mit verlockenden Versprechen zu ködern. Jetzt schlägt Meta – der Mutterkonzern von WhatsApp – zurück: Weltweit wurden in einer beispiellosen Aktion über 6,8 Millionen WhatsApp-Konten gesperrt, die mit organisierten Betrugsnetzwerken in Verbindung standen. Diese Maßnahme, Anfang August 2025 von Meta verkündet, unterstreicht die wachsende Gefahr durch internationale Betrugszentren. Zugleich zeigt sie, wie entschlossen der Konzern im Kampf gegen Online-Betrug vorgeht.

Inhaltsverzeichnis

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  • Internationale Betrugsnetzwerke im Visier
  • Betrug über mehrere Plattformen
  • Neue Schutzfunktionen bei WhatsApp
  • Tipps: So erkennt man Betrugsversuche
  • Quellen

Internationale Betrugsnetzwerke im Visier

Insbesondere in Südostasien operieren organisierte Betrugszentren, die oft von kriminellen Banden unter Einsatz von Zwangsarbeit betrieben werden. Diese Gruppen fahren gleichzeitig mehrere Betrugsmaschen – von angeblichen Krypto-Investments bis hin zu klassischen Schneeballsystemen. Typischerweise sollen Opfer zunächst Geld oder sensible Daten preisgeben, in der Hoffnung auf versprochene hohe Gewinne oder Gegenleistungen.

Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 hat WhatsApp auf diese Weise weltweit über 6,8 Millionen betrügerische Konten identifiziert und proaktiv gelöscht, noch bevor die Täter sie für ihre Zwecke einsetzen konnten. So gelingt es, viele Betrügereien bereits in der Planungsphase zu stoppen, bevor sie überhaupt bei potenziellen Opfern ankommen.

Betrug über mehrere Plattformen

Moderne Betrüger versuchen, ihre Opfer über verschiedene Kanäle zu lotsen, um Entdeckung zu erschweren. Ein Scam (Betrug) beginnt oft mit einer harmlos wirkenden SMS oder auf einer Dating-Plattform. Anschließend verlagert sich die Kommunikation auf soziale Netzwerke oder Messenger wie WhatsApp und Telegram, bevor es am Ende – wenn Geld fließen soll – auf Krypto- oder Zahlungsplattformen hinausläuft. Jede einzelne Plattform bekommt nur einen Ausschnitt des betrügerischen Treibens zu sehen, was die Nachverfolgung des gesamten Ablaufs deutlich erschwert.

Ein aktuelles Beispiel verdeutlicht diese Methode: In Kambodscha nutzte eine Betrügerbande sogar KI-Werkzeuge wie ChatGPT, um erste Kontakt-Nachrichten zu formulieren. Ahnungslose Nutzer erhielten über WhatsApp eine Einladung mit dem Versprechen, durch einfache Aufgaben schnelles Geld zu verdienen – etwa indem sie Videos auf TikTok mit „Gefällt mir” markieren. Nachdem so Vertrauen aufgebaut und angebliche Anfangsgewinne angezeigt wurden, forderten die Täter die Opfer auf, als nächste Aufgabe Geld in eine Kryptowährung-Wallet zu überweisen. Meta identifizierte diese Kampagne als Werk eines Betrugszentrums in Kambodscha und konnte sie in Zusammenarbeit mit WhatsApp und OpenAI (dem Unternehmen hinter ChatGPT) zerschlagen, noch bevor größerer Schaden entstand.

Neue Schutzfunktionen bei WhatsApp

Als Reaktion auf derartige Betrugsmaschen rüstet WhatsApp seinen Messengerdienst mit neuen Sicherheitsfunktionen aus. Künftig erscheint ein Sicherheitsüberblick, wenn ein Nutzer von einer Person, die nicht in seiner Kontaktliste steht, zu einer WhatsApp-Gruppe hinzugefügt wird. Dieser Bildschirm zeigt wichtige Informationen über die Gruppe und ermöglicht es, sie sofort wieder zu verlassen – ohne den Gruppenchat überhaupt zu öffnen. Außerdem werden in solchen Fällen die Gruppen-Benachrichtigungen standardmäßig stummgeschaltet, bis der Nutzer entschieden hat, ob er in der Gruppe bleiben oder sie verlassen möchte.

Auch für Direktnachrichten testet WhatsApp neue Warnhinweise. Erhält ein Nutzer eine Nachricht von einer ihm unbekannten Person, soll künftig ein Hinweisfenster zusätzliche Informationen über den Absender bieten. Dieses Extra an Kontext soll Nutzer dazu bringen, einen Moment innezuhalten und die Situation zu prüfen, bevor sie auf Nachrichten von Fremden eingehen.

Tipps: So erkennt man Betrugsversuche

Neben technischen Maßnahmen setzt Meta auf Aufklärung der Nutzer. Gemeinsam mit der Sicherheitsforscherin Rachel Tobac hat WhatsApp drei einfache Grundregeln formuliert, die jeder im Hinterkopf behalten sollte, um nicht auf WhatsApp-Betrügereien hereinzufallen:

  • Pausieren: Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie auf eine unerwartete Nachricht reagieren. Überlegen Sie, ob Sie den Absender kennen und ob die Nachricht plausibel erscheint.
  • Fragen stellen: Hinterfragen Sie den Inhalt. Klingt das Angebot zu gut, um wahr zu sein? Übt der Absender Druck aus oder werden Sie aufgefordert, vorab Geld, Gutscheincodes oder sensible Daten herauszugeben?
  • Verifizieren: Überprüfen Sie die Angaben und die Identität des Absenders. Suchen Sie nach unabhängigen Bestätigungen oder kontaktieren Sie die Person auf einem anderen Weg (z.B. telefonischer Rückruf), um sicherzustellen, dass die Anfrage echt ist.

Mit diesen Schritten und neuen Tools will Meta das Vertrauen der Nutzer stärken und den Betrügern das Handwerk legen. Betrüger wissen, dass in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit die Verlockung von „schnellem Geld” besonders zieht – das spielt ihnen in die Hände. Umso wichtiger ist es, wachsam zu bleiben und verdächtige Nachrichten im Zweifel zu ignorieren oder direkt bei WhatsApp zu melden, damit gar nicht erst mehr Schaden entsteht.

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Quellen

  • TechRepublic – 6.8M WhatsApp Accounts Shut Down in Meta’s Fight Against Scam Networks
  • Meta Newsroom – New WhatsApp Tools and Tips to Beat Messaging Scams (Pressemitteilung)
  • Retail News – Meta meldet: 6,8 Millionen WhatsApp-Konten wegen Betrugs gesperrt
  • AP News – WhatsApp removes 6.8M accounts linked to criminal scam centers

Über den Autor

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Sebastian Schiebort

Administrator

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