
Viele haben es vielleicht schon bemerkt: Bei bestimmten E-Mails erscheint im Posteingang ein kleines Firmenlogo neben dem Absendernamen. Diese neue visuelle Vertrauenskomponente verdanken wir dem Standard BIMI („Brand Indicators for Message Identification“). BIMI ermöglicht es Unternehmen, ihr verifiziertes Markenlogo durch einen speziellen DNS-Eintrag mit ausgehenden E-Mails zu verknüpfen. Unterstützte Mail-Clients wie Gmail, Yahoo oder Apple Mail können so automatisch das Logo des Absenders anzeigen und Empfängern helfen, legitime Nachrichten auf einen Blick zu erkennen. Das Ergebnis: mehr Vertrauen, höhere Öffnungsraten und ein stärkerer Wiedererkennungswert für Marken.
Wie funktioniert BIMI?
Um ein Logo über BIMI anzuzeigen, muss die Domain zunächst alle üblichen E-Mail-Authentifizierungen bestehen. Konkret heißt das: Die Absenderdomain muss SPF- und DKIM-Einträge besitzen und vor allem eine strikte DMARC-Richtlinie (Policy) haben, die nicht auf „none“, sondern mindestens auf Quarantine oder Reject gesetzt ist. Nur wenn eingehende Mails diese Überprüfungen passieren, schaut der empfangende Mailserver überhaupt nach einem BIMI-Eintrag. Dieser BIMI-Eintrag wird als spezieller DNS-TXT-Record unter dem Namen default._bimi.ihre-domain.de
veröffentlicht und enthält den Verweis auf die Logo-Datei. Der Mailanbieter (wie z. B. Gmail oder Yahoo) ruft die Logo-URL aus dem DNS ab und blendet das Bild neben der E-Mail ein, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Voraussetzungen für BIMI: Authentifizierung und Logo
Der BIMI-Standard fußt auf dem bestehenden Fundament der E-Mail-Sicherheit. Unternehmen müssen ihre Absenderdomain durch SPF (Sender Policy Framework) und DKIM (DomainKeys Identified Mail) absichern und via DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance) eine strenge Richtlinie setzen. Ohne eine auf „Quarantine“ oder „Reject“ gesetzte DMARC-Policy wird kein Logo angezeigt – selbst wenn ein BIMI-Eintrag vorhanden ist. Diese Bedingungen stellen sicher, dass nur vertrauenswürdige, nicht manipulierte E-Mails mit einem Markensymbol versehen werden.
Ebenso wichtig ist das Logo selbst: BIMI verlangt eine bestimmte Dateiformatierung. Das Markenlogo muss als SVG-Grafik im SVG Tiny 1.2-Format vorliegen, quadratisch und in relativ einfacher, skalierbarer Darstellung. Auf diese Weise bleibt das Bild auch in kleiner Größe klar erkennbar. Die Logo-Datei sollte per HTTPS über eine öffentlich zugängliche URL abrufbar sein (z. B. https://ihre-domain.de/logo.svg
). Diese URL wird später im DNS-Eintrag hinterlegt.
Warum BIMI? Vorteile für Marken und Empfänger
BIMI ist mehr als nur Kosmetik im Posteingang. Für Unternehmen bietet es die Chance, ihre Markensichtbarkeit erheblich zu steigern. Ein Logo neben der Absenderadresse fängt den Blick des Empfängers schneller ein als ein bloßer Textabsender – legitime Nachrichten heben sich sofort von der Masse ab. Erste Erfahrungen legen nahe, dass E-Mails mit angezeigtem Logo höhere Öffnungs- und Klickraten erzielen, da Nutzer den Absender auf Anhieb als vertrauenswürdig erkennen.
Gleichzeitig unterstützt BIMI indirekt die E-Mail-Sicherheit. Weil ein strenges DMARC-Regime Voraussetzung ist, müssen Absender für BIMI ihre E-Mail-Domain konsequent absichern. Dies erschwert Phishing-Angriffe und Spoofing – Kriminelle können nicht einfach ein Markenlogo kapern, ohne die erforderliche Authentifizierung nachzuweisen. Das BIMI-Logo fungiert somit auch als eine Art Vertrauenssiegel: Empfänger sehen auf einen Blick, dass die Nachricht wirklich von der angegebenen Marke stammt. Insgesamt stärkt das den Ruf des Absenders und fördert die Kundenbindung.
Verbreitung und aktuelle Entwicklungen
Obwohl BIMI noch ein relativ junger Standard ist, zieht er zunehmend Interesse auf sich. Große Mailbox-Anbieter wie Verizon Media (Yahoo! Mail) waren Vorreiter und führten BIMI bereits in Pilotprojekten ein. Google zog 2021 mit Gmail nach und zeigt seither Markenlogos an – allerdings nur, wenn das Unternehmen ein sogenanntes Verified Mark Certificate (VMC) vorweisen kann. Dieses digitale Zertifikat bestätigt die Rechte am Logo und ist für die volle BIMI-Funktionalität in Gmail (und auch bei Apple Mail) erforderlich. Unternehmen müssen dafür ihr Logo als Marke registrieren und ein Zertifikat von Autoritäten wie DigiCert oder Entrust erwerben. Als Gegenleistung erhalten sie in Gmail neben dem Logo sogar ein blaues Verifizierungshäkchen angezeigt, das die Echtheit unterstreicht.
Um kleineren Firmen den Einstieg zu erleichtern, hat Google kürzlich ein günstigeres Alternativ-Zertifikat eingeführt: das Common Mark Certificate (CMC). Dieses erfordert kein eingetragenes Warenzeichen mehr, verlangt aber ebenfalls einen Nachweis der Logo-Inhaberschaft und kostet mit rund 1.100 € pro Jahr immer noch erheblich. Aktuell wird CMC nur von Gmail unterstützt – Yahoo hat Interesse signalisiert, während Apple erklärt hat, vorerst beim klassischen VMC zu bleiben. Grundsätzlich gilt: Je mehr namhafte Provider BIMI unterstützen (neben Gmail und Yahoo inzwischen z. B. auch Apple Mail, Fastmail, GMX/Web.de und andere), desto attraktiver wird der Standard für Marken. Microsofts Outlook.com hingegen verzichtet bislang auf BIMI-Unterstützung. Nichtsdestotrotz entdecken immer mehr Versender von Massennachrichten – etwa Versandhändler, Banken oder Social-Media-Plattformen – BIMI für sich, um im Posteingang hervorzustechen und das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen.
Schritt-für-Schritt: So richten Sie BIMI in Ihrem DNS ein
- SPF, DKIM und DMARC konfigurieren: Stellen Sie sicher, dass für Ihre Absenderdomain ein SPF-Eintrag existiert, ausgehende Mails mit DKIM signiert werden und eine DMARC-Policy auf Quarantine oder Reject (Durchsetzung) gesetzt ist. Ohne diese Grundlage ist BIMI nicht möglich.
- Logo als SVG vorbereiten: Erstellen oder konvertieren Sie Ihr Firmenlogo in das BIMI-konforme SVG Tiny 1.2 Format. Das Logo sollte quadratisch, schlicht und auch in kleiner Größe gut erkennbar sein. Hosten Sie die SVG-Datei auf einem Webserver unter HTTPS, wo sie öffentlich abrufbar ist (z. B. unter
https://ihre-domain.de/logo.svg
). - Optional: VMC-Zertifikat beschaffen: Für die Anzeige Ihres Logos bei bestimmten Mail-Anbietern (allen voran Gmail und Apple) benötigen Sie ein Verified Mark Certificate. Beantragen Sie dieses bei einer Zertifizierungsstelle (z. B. DigiCert oder Entrust) und durchlaufen Sie den Verifizierungsprozess. Alternativ können Sie für Gmail ein Common Mark Certificate nutzen, falls kein eingetragenes Warenzeichen vorliegt.
- BIMI-DNS-Eintrag erstellen: Legen Sie bei Ihrem DNS-Provider einen neuen TXT-Record an. Als Hostname verwenden Sie
default._bimi.ihre-domain.de
(ersetzen Sie ihre-domain.de durch Ihre eigene Domain). Als Wert tragen Sie den BIMI-String ein, zum Beispiel:v=BIMI1; l=https://ihre-domain.de/logo.svg; a=https://ihre-domain.de/vmc.pem;
Dabei stehtl=…
für die Logo-URL unda=…
für die optionale Adresse Ihres VMC- bzw. CMC-Zertifikats (wenn Sie eines haben; ansonsten kann der Eintrag nach der Logo-URL enden). - Implementierung testen: Prüfen Sie zum Abschluss, ob Ihr BIMI-Eintrag korrekt funktioniert. Nutzen Sie Online-Tools wie den BIMI Inspector oder den BIMI-Checker Ihres DNS-Providers, um zu validieren, dass die DNS-Einträge stimmen, das SVG den Vorgaben entspricht und das Zertifikat (falls genutzt) gültig ist. Versenden Sie testweise E-Mails an sich selbst (z. B. zu Gmail oder Yahoo), um zu kontrollieren, ob das Logo im Posteingang erscheint.
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Quellen
- WP Mail SMTP Blog – BIMI erklärt: Ein einfacher Weg, um E-Mail-Vertrauen und Öffnungsraten zu steigern (18.03.2025)
- Proofpoint Blog – Mit BIMI-Record das Logo Ihrer Marke in E-Mails integrieren (13.10.2021)
- DMARC Advisor – BIMI für alle: Common Mark Certificates machen die Markenlogo-Anzeige einfach (Blog-Beitrag, 2023)
- PowerDMARC – Was ist BIMI? Leitfaden für BIMI-Logo-Anforderungen & -Einrichtung (21.04.2025)
- MSXFAQ – BIMI (Brand Indicators for Message Identification) – FAQ-Beitrag von Frank Carius
- SpamResource Blog – BIMI mailbox provider support (Stand Nov. 2024)
- Apple Support – About BIMI support in Apple Mail (07.02.2024)