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OpenAI kurz vor Veröffentlichung von GPT-5 – was wir erwarten können

06.08.2025, 01:11 Uhr 7 minutes read
openai_chatgpt_5

Die KI-Welt hält den Atem an: Aller Voraussicht nach steht OpenAI kurz davor, sein nächstes KI-Modell GPT-5 vorzustellen. Obwohl das Unternehmen erst vor wenigen Tagen erstmals seit Jahren wieder Open-Source-Modelle veröffentlicht hat – die großen Sprachmodelle gpt-oss-120b und gpt-oss-20b – richten sich nun alle Augen auf den potenziellen Nachfolger von GPT-4. Mehrere Anzeichen deuten darauf hin, dass GPT-5 noch in dieser Woche auf den Markt kommen könnte.

Inhaltsverzeichnis

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  • Gerüchteküche um GPT-5: Hinweise verdichten sich
  • Integration verschiedener KI-Technologien in GPT-5
  • Erwartete Neuerungen und Fähigkeiten
  • Ausblick: Chancen und Risiken
  • Quellen

Gerüchteküche um GPT-5: Hinweise verdichten sich

Schon seit Monaten wird über GPT-5 spekuliert, doch in den letzten Tagen hat sich die Gerüchteküche überschlagen. Der OpenAI-Forschungsleiter Boris Power heizte die Spekulationen an, indem er Anfang der Woche auf X (ehemals Twitter) verkündete: „Excited to see how the public receives GPT-5!“. Kurz zuvor hatte OpenAI-CEO Sam Altman in einem eigenen X-Post angedeutet, dass nach einer „kleinen“ Ankündigung – der Veröffentlichung der Open-Source-Modelle – „später in dieser Woche ein großes Upgrade“ folgen werde. Die meisten Beobachter sind sich einig: Damit kann nur GPT-5 gemeint sein.

Auch externe Indizien untermauern die Vermutung eines baldigen Launches. So hat die Firma Flowith bereits einen Eintrag für GPT-5 in ihrer Modell-Übersicht entdeckt und damit vorab signalisiert, dass das neue Modell „coming soon“ ist. Außerdem hat Microsoft – OpenAIs wichtigster Partner – vor wenigen Tagen still und leise einen neuen „Smart Mode“ in seinem KI-Assistenten Copilot eingeführt, vermutlich in Vorbereitung auf GPT-5. In internen Tests wird dieser Modus als KI beschrieben, die „je nach Aufgabe tief oder schnell nachdenkt“, sodass kein manuelles Umschalten zwischen unterschiedlichen Modellen mehr nötig ist. Bereits in der Vergangenheit zeigte sich, dass Microsoft oft vorab seine Systeme auf neue OpenAI-Modelle vorbereitet: Die Bing-Suche nutzte GPT-4 schon Wochen vor dessen offizieller Enthüllung im Geheimen. All diese Vorzeichen deuten darauf hin, dass GPT-5 unmittelbar vor der Tür steht – Brancheninsider vermuten eine Vorstellung noch diese Woche, möglicherweise am von OpenAI bevorzugten „Launch-Donnerstag“.

Integration verschiedener KI-Technologien in GPT-5

OpenAI verfolgt mit GPT-5 eine neue Strategie: Statt wie bisher separate Modelle für unterschiedliche Aufgaben anzubieten, soll GPT-5 als ganzheitliches System auftreten. Altman selbst beschrieb GPT-5 frühzeitig als „ein System, das eine Menge unserer Technologien integriert“ – das neue Modell vereint also die Fähigkeiten bisher getrennter KI-Modulreihen unter einer Haube. Insbesondere wird der leistungsstarke „o3“-Reasoning-Algorithmus, den OpenAI bislang als eigenes Modell entwickelte, direkt in GPT-5 eingebaut und nicht mehr separat angeboten. Das Ziel: Anwender müssen nicht länger zwischen verschiedenen spezialisierten Modellen oder Plugins wählen, sondern erhalten eine einheitliche KI, die je nach Aufgabe automatisch die nötigen Werkzeuge und Denkprozesse nutzt. OpenAI spricht in diesem Zusammenhang von einer „magisch einheitlichen Intelligenz“ – ein weiterer Schritt in Richtung einer allgemeinen KI. Allerdings dürfte GPT-5 trotz aller Fortschritte noch nicht das Niveau einer sogenannten Artificial General Intelligence (AGI) erreichen. Altman hat betont, dass GPT-5 in den ersten Monaten noch nicht dieses „Gold-Level an Fähigkeit“ erreichen werde; der Weg zur echten AGI bleibt also eine langfristige Vision.

Erwartete Neuerungen und Fähigkeiten

Auch ohne offizielle Details gibt es bereits konkrete Erwartungen und Leaks zu GPT-5s technischen Verbesserungen. Die wichtigsten möglichen Neuerungen im Überblick:

  • Vereinte Kompetenzen: GPT-5 soll als All-in-One-KI fungieren, die diverse Fähigkeiten – von Sprachverständnis über Bilderkennung bis zu logischem Denken – nahtlos in einem Modell vereint. Im Gegensatz zu GPT-4, das visuelle Eingaben oder Programmieraufgaben nur über separate Add-ons bewältigte, könnte GPT-5 solche Tasks als „Super-Assistent“ gleichzeitig und kontextübergreifend erledigen.
  • Verbessertes logisches Denken: Durch die Integration des o3-Reasoning soll GPT-5 komplexe logische Probleme, mehrstufige Schlussfolgerungen und Planungsaufgaben besser meistern, an denen GPT-4 teils noch scheiterte. Dies dürfte auch die Tendenz zu Fehlantworten (Halluzinationen) weiter reduzieren.
  • Höheres Tempo & Autonomie: Erste Tester berichten, dass sich GPT-5 „sehr schnell“ anfühlt. Das Modell kann voraussichtlich eigenständiger agieren und sogenannte agentische Aufgaben ausführen – also mehrschrittige Aktionen selbstständig durchführen, z.B. im Web recherchieren oder Software bedienen. OpenAI hat solche Fähigkeiten bereits mit den ChatGPT-Plugins (Agents) erprobt; GPT-5 dürfte hier noch eine Schippe drauflegen.
  • Größeres Gedächtnis: Gerüchten zufolge wird das Kontextfenster von GPT-5 drastisch erweitert. Leaks sprechen von bis zu 1 Million Tokens Eingabekontext und 100.000 Tokens Ausgabelänge – zum Vergleich: GPT-4 war auf 32.000 Tokens begrenzt. Damit könnte GPT-5 theoretisch ganze Bücher oder riesige Datensätze in einem Rutsch verarbeiten, was völlig neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.
  • Mehrere Leistungsstufen: GPT-5 soll in verschiedenen Varianten erscheinen. Geplant ist offenbar ein dreistufiges Angebot: Die kostenlose ChatGPT-Variante erhält GPT-5 in einer Standard-Konfiguration, während zahlende Abonnenten (ChatGPT Plus) Zugriff auf eine leistungsfähigere Version bekommen. Für professionelle Nutzer soll es sogar eine noch stärkere „Pro“-Variante geben. OpenAI würde damit erstmals unterschiedliche Preisstufen mit abgestufter KI-Leistung einführen.
  • Bessere Programmierfähigkeiten: Beobachter erwarten, dass GPT-5 OpenAIs Vorsprung als Coding-KI ausbaut. Schon GPT-4 konnte Code schreiben und debuggen; GPT-5 dürfte hier noch zuverlässiger und vielseitiger werden, um Konkurrenten wie Anthropics Claude oder Googles Code-Assistenten auf Abstand zu halten.
  • Natürlichere Dialoge: ChatGPT wird mit GPT-5 vermutlich noch menschlicher klingen. Die neue Version könnte Tonfall und Stil besser an den Kontext anpassen und flüssiger auf Nutzer eingehen. Denkbar ist, dass GPT-5 verschiedene „Persönlichkeiten“ oder Sprechstile beherrscht und insgesamt weniger roboterhaft reagiert, was die Nutzererfahrung weiter verbessert.
  • Neue Medienformate: Es gibt Hinweise, dass GPT-5 auch neue multimodale Fähigkeiten mitbringt. Unter dem Codenamen „Sora 2“ wird z.B. ein KI-Modul für Videoerstellung gehandelt, das zeitgleich mit GPT-5 erscheinen könnte. Sollte OpenAI tatsächlich generative Video- oder Audio-Funktionen integrieren, würde dies das Spektrum der KI-Anwendungen noch einmal erweitern.

Ausblick: Chancen und Risiken

Trotz aller Vorfreude ruft GPT-5 auch Respekt und Vorsicht hervor. Sam Altman hat in Interviews eingeräumt, dass ihn die Leistungsfähigkeit von GPT-5 stellenweise sogar „ängstigt“. Er zog den Vergleich zum Manhattan-Projekt heran, um die potenzielle Tragweite dieser Entwicklung zu verdeutlichen. Solche Aussagen zeigen, welches disruptive Potenzial OpenAI dem neuen Modell zuschreibt – gleichzeitig betont das Unternehmen aber, man habe umfangreiche Sicherheitsprüfungen („Red-Teaming“) durchgeführt, um riskantes Verhalten des Modells frühzeitig aufzudecken. GPT-5 wird aller Voraussicht nach das bisher mächtigste KI-Modell von OpenAI – und entsprechend umsichtig will man den Launch gestalten.

Ein großes Thema ist die Auswirkung auf die Arbeitswelt. Altman warnte jüngst, dass durch fortgeschrittene KI wie GPT-5 ganze Berufsfelder wegfallen könnten. Allerdings geschehen solche Umbrüche nicht über Nacht – parallel werden neue Jobs entstehen, und die Transformation vollzieht sich schrittweise. GPT-5 allein wird die Welt nicht sofort umkrempeln, doch das Modell markiert einen weiteren Meilenstein auf dem Weg dorthin.

Die Konkurrenz bleibt indes nicht untätig. Das von ehemaligen OpenAI-Forschern gegründete Startup Anthropic hat just ein Upgrade seines KI-Modells vorgestellt, das komplexe Programmier- und Analyseaufgaben noch besser lösen soll. Dieser Schritt wird als Versuch gewertet, gegenüber GPT-5 konkurrenzfähig zu bleiben. Auch andere Tech-Konzerne wie Google treiben parallel ihre eigenen Systeme voran – man denke an Googles nächstes Großmodell Gemini, das ebenfalls in den Startlöchern steht.

Wann genau OpenAI den Vorhang für GPT-5 lüftet, bleibt abzuwarten. Viele rechnen mit einer Enthüllung in den kommenden Tagen. Sicher ist: Die Ankündigung wird weltweit für Schlagzeilen sorgen. Wenn GPT-5 hält, was die Gerüchte versprechen, könnte es einen neuen Maßstab für KI-Leistung setzen und die weitere Entwicklung der künstlichen Intelligenz nachhaltig prägen.

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Quellen

  • ZDNet: “OpenAI could launch GPT-5 any minute now – what to expect” (05.08.2025)
  • The Verge: “OpenAI is teasing a GPT-5 release.” (04.08.2025)
  • The Verge: “OpenAI prepares to launch GPT-5 in August” (24.07.2025)
  • The Verge: “Microsoft is getting ready for GPT-5 with a new Copilot smart mode” (30.07.2025)
  • Reuters: “OpenAI prepares to launch GPT-5 in August, The Verge reports” (24.07.2025)
  • Wired: “OpenAI Just Released Its First Open-Weight Models Since GPT-2” (05.08.2025)
  • Tom’s Guide: “ChatGPT-5 is delayed — but these 5 features could make the wait worth it” (08.2025)
  • Artificial Corner: “GPT-5 launch is expected in August 2025. Here’s everything we know so far” (31.07.2025)
  • Bloomberg News: “Anthropic Releases More Powerful AI Model Ahead of GPT-5 Launch” (05.08.2025)

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Sebastian Schiebort

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